Schwarz oder weiß, was denn nun?

Mal weiß, mal schwarz, was eigentlich?

 

Seit Luthers Zeiten tragen evangelisch- lutherische und evangelisch - reformierte Pfarrerinnen und Pfarrer einen schwarzen Talar. Grund dafür ist, dass Martin Luther die aufwändig geschmückten Gewänder der Priester ablehnte, weil sich die Priester damit von den einfachen Gläubigen abhoben und eine Hierarchie sichtbar wurde. Luthers Lehre aber besagte, dass es zwischen Menschen keine Hierarchie der Gottesnähe geben kann. Alle Menschen haben einen direkten Draht zu Gott und so ist jeder Mensch auch Priester. Deshalb behielt Luther, wenn er eine Messe feierte, einfach sein Alltagsgewand an, das war der schwarze Talar eines Hochschullehrers. Analog müssten die evangelischen Pfarrer heutzutage in der heutigen Alltagskleidung Gottesdienst halten. Stattdessen ist aber Luthers Hochschulgewand zur neuen liturgischen Kleidung der Evangelischen geworden und hat sich bis heute im schwarzen Talar gehalten.

Das einfache weiße Gewand, ohne den geschmückten Überwurf (Kasel) den die katholischen Priester darüber tragen, ist die sogenannte Albe. In der katholischen Kirche tragen sie die Diakone und die Pastoralreferentinnen. Sie leitet sich aus dem weißen Kleid eines Täuflings ab. Auch das weiße Kommunionkleid geht darauf zurück. Die Albe ist also das feierliche Gewand aller getauften Christen.

Diese Albe ist auch in der evangelischen Kirche als liturgisches Gewand zugelassen, und wird dann meistens mit einer Stola getragen, die sich farblich nach der Kirchenjahreszeit richtet. Der Kirchenvorstand entscheidet darüber, welches liturgische Gewand getragen wird. In Amorbach ist dazu die Regel, dass bei den besonderen Gottesdiensten „Wort & Wein“ und bei allen ökumenischen Gottesdiensten weiß getragen werden kann. Auch Taufen und Hochzeiten können so gefeiert werden, je nach dem Wunsch der Beteiligten. MSPlm