Der erste Gottesdienst live und in Echtzeit in der Abteikirche

 

Live und in Echtzeit, mit hoffentlich einem Lächeln unter dem Mundschutz, versammelten sich 50 Menschen in gutem Abstand in der Abteikirche zum Sonntag „Kantate“, das heißt: „Singt“. Er ist für die Evangelische Kirche ein wichtiger Feiertag, denn für uns wird Gottes Anwesenheit mit der Musik deutlich gemacht, so ähnlich wie in der katholischen Kirche mit dem Weih-rauch oder mit dem ewigen Licht.

Der Predigttext für den Sonntag war die Schilderung der Einweihung des Tempels Salomos. Dort ist beschrieben, wie zur Feier des Tages hundertundzwanzig Trompeten bliesen und „sie bliesen so rein, dass es klang wie eine Trompete“ und es tönten Zimbeln, Psalter und Harfen und viele Sänger, und von der schönen, großen Musik wurde „Gottes Herrlichkeit“ angelockt und erschien wie eine Wolke im neuen Tempel.

Dass an diesem Tag der Musik die Gemeinde nicht singen durfte, wurde zu einem besonderen Musik- Event umgewandelt. Die Schola sang im Chorraum einen Grundgesang, und verschiedene Sänger und Instrumente von verschiedenen Orten der Kirche tönten mit ihren Soli dazu. Es waren die Geigerin Dr. Petra Eilbacher und die Sopranistin Astrid Bernius. Der Trompeter, der Pfarrersenkel Victor Frh. von Wolff war extra vom Ammersee angereist.  Die Pfarrerin machte die Anwesenheit Gottes auch durch einen Witz deutlich:

Zwei Musikprofessoren streiten sich, wer der größere Musiker gewesen sei, Bach oder Mozart. Beide loben sie mit großen Worten ihren Favoriten, und sind so überzeugt von ihrer Wahl, dass sie sich nicht einigen können. Sie beschließen, Gott zu fragen, und sein Urteil darüber anzunehmen, wer der größte Musiker aller Zeiten sei. Der Herrgott überlegt nicht lange. „Mozart, Mozart war der größte Musiker aller Zeiten.“ Der Mozartprofessor freut sich, aber der Bachprofessor ist fassungslos. „Ja, Gott, aber was ist mit Bach, mit Johann Sebastian Bach?“ fragt er mit erschütterter Stimme. „Ach ja, Johann Sebastian Bach“, sagt Gott, und dann geht ein Lächeln über sein Gesicht: „Bach, - das bin ich.“  MSPlm