Das Kirchenasyl ist beendet

Wadase Weldtinsea im weißen Gebetsschleier beim Abschiedsgebet für die evangelisch Kirchengemeinde

 

 

Seit dem 1. Mai 2018 war Frau Wadase Weldtinsea aus Eritrea in der evangelischen Kirchengemeinde Amorbach im Kirchenasyl. Nun kam vom Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge die Nachricht, dass Frau Weldtinsea wegen der lebenslangen Militärpflicht auch für Frauen in Eritrea subsidiären Schutz in der Bundesrepublik genießt. Wadase wurde zurück in die Erstaufnahmeeinrichtung nach Bamberg gebracht und darf in einigen Tagen zu ihrem Bruder ziehen, der am Ammersee eine Ausbildung macht.

Wadase hielt im Sonntagsgottesdienst, den sie während ihrer ganzen Zufluchtszeit regelmäßig besucht hatte zum Schluss eine Abschieds- und Dankansprache. Sie bedankte sich auf Deutsch eindrücklich bei der Gemeinde für die Zuflucht, die ihr gewährt worden war. Besonders dankte sie ihren Lehrerinnen und Lehrern. Sie hatte 7 Monate lang täglich meist zweimal Deutschunterricht von 6 sehr fleißigen Ehrenamtlichen. Auch viele andere Formen der Hilfe waren ihr zuteil geworden. Sie sprach zum Schluss ihrer Rede mit erhobenen Händen ein Gebet für die Kirchengemeinde auf Tigrinya, wovon viele Gottesdienstbesucher sichtlich berührt waren. Wadase ist äthiopisch- orthodoxer Konfession, eine uralte Tradition prägt ihre starke Religiosität. Die Gemeinde betete umgekehrt in den Fürbitten um Gottes Schutz und Segen auf Wadases weiterem Lebensweg. Zum Abschied lud die Kirchengemeinde die Lehrerinnen und Lehrer von Wadase ins Cafe Schlossmühle ein.

Frank und Emilia Sommer bringen Wadase in die Erstaufnahmeeinrichtung nach Bamberg

 

Die Kirchengemeinde bedankt sich bei allen, die diese anspruchsvolle bürokratische, organisatorische und soziale Aufgabe geschultert haben.      MSPlm